Muttersöhnchens brauner Trieb

Muttersöhnchens brauner Trieb



Glasig sind sie mit leblosem Blick,
vernagelte Köpfe im Schweinchengenick.
Augen so trüb wie sonst nur Tassen,
die fehlen im Schrank bei Vielen in Massen.
Im Oberstübchen das Hirn so krank,
die Stiefel wie Babypopos so blank.
Hosen mistbraun genau wie das Hemd,
der Kampf,  den sie wollen um Jahre verpennt.
Mit 16 neu von den Vätern entfacht,
die Glut in der Asche zu Feuer gemacht.
Und fühlen sich riesig die Protze aus Fleisch,
gestählte Muskeln,  der Milchbart so weich.


Stark wie die Stiere mit Stangen aus Eisen,
Kerle, die schon in der Jugend vergreisen.
Sie reißen das Maul auf und spucken Gift,
die Galle spritzt ihnen aus dem Gesicht.
Sie leisten Gehorsam dem Dümmsten blind,
und machen nicht halt vor Ausländers Kind.
Marschieren  wie bei der Bundeswehr,
das Gebrüll dieser Tiere sucht nach Gehör.
Terrorisieren und prügeln mit Latten,
kommen des nachts fast so wie die Ratten.
Zusammengerottet in wilden Horden,
schrecken sie auch nicht zurück vor Morden.


Zu Haus stelln die Füße sie unter den Tisch
und essen bei Mutter am Freitag brav Fisch.
Die Söhnchen können kein Wässerchen trüben
und doch ganz frech ins Gesicht ihr lügen.
Sie werfen Steine auf alles was fremd
und sind bei ner Nutte doch völlig verklemmt.
Sie polieren die Glatze mit sanftem Griff
Und saufen das Bier nur am Stammestisch,
mit Artgenossen meist unter der Fahne,
die runterhängt wie Schwanz ohne Sahne.
He Mutter, nun schau mal dein Söhnchen dir an
Und prüfe was es heut wirklich getan, -


er hat sich verändert, der niedliche Kleine
und bricht, falls es sein muss auch dir noch die Beine!

 

©denise-a. langner-urso